Zero Waste Update: Rasierhobel, nachhaltiger Haarschmuck und Kanada

Zero Waste: Plastikfrei Duschen

In meinem Zero Waste Update möchte ich euch in Zukunft darüber berichten, wie gut mein Vorsatz klappt, weniger Müll zu produzieren.

Heute zeige ich euch meinen neuen Rasierhobel und wie ich sonst auf Plastik in der Dusche verzichte. Außerdem stelle ich euch nachhaltigen Haarschmuck aus Bali vor und plaudere ein bisschen über meine Zero Waste Erfahrungen im Auslandssemester in Vancouver.

Plastikfrei unter der Dusche

Zero Waste: ShampooBit, Seife und Rasierhobel

In Seattle habe ich mir in einem Unverpacktladen endlich einen Rasierhobel gekauft. Falls ihr noch nicht davon gehört habt, ein traditioneller Rasierhobel kommt ganz ohne Plastik aus, da er aus Edelstahl besteht und nur hin und wieder die Metall-Rasierklingen ausgetauscht werden müssen. 100 Stück davon kosten rund 12€ und sind meistens nur in Papier verpackt. Der Rasierhobel selbst hat mich 30$ gekostet. Wer keinen Unverpackt-Laden in der Nähe hat, wird auch online fündig, z.B. bei Tante Olga Zero Waste Laden.
Ich hatte gelesen, dass man sich mit dem Rasierhobel öfter schneiden würde, da die Handhabung ein bisschen anders ist. Bisher hatte ich allerdings noch gar keine Probleme damit, bei mir klappt das Rasieren gut. Ich bin nur ein bisschen langsamer, weil ich etwas vorsichtiger vorgehe, als mit meinem alten Plastik-Rasierer.

Um auch für meine Körper- und Haarpflege keinen Verpackungsüll zu brauchen, benutze ich eine Seife und ein festes Shampoostück.

Eine Shampooseife habe ich auch schon ausprobiert, allerdings ist mir das feste Shampoo gerade lieber. Festes Shampoo und Shampooseife werden oft verwechselt, dabei sind die Inhaltsstoffe ganz anders. Bei einem festen Shampoo unterscheiden sie sich im Grunde gar nicht von ’normalem‘, flüssigem Shampoo. Eine Shampooseife ist, wie der Name schon sagt, tatsächlich eine Seife und funktioniert daher ein bisschen anders (die Haare brauchen danach z.B. eine saure Rinse). Mein Shampoostück der Marke Rosenrot habe ich für etwa 8€ im Unverpacktladen hier in Freiburg gekauft. Gerade benutze ich die Variante Melisse-Hanf für trockene Kopfhaut, zuvor hatte ich Orange-Salbei für fettige Haare. Es schäumt extrem gut auf und lässt sich dadurch sehr gut verteilen. Bei mir hat das erste ShampooBit fünf Monate gehalten und ich Wasche meinen Haare drei bis vier Mal pro Woche. Nach dem Waschen fühlen sich meine Haare frisch und gepflegt an und ich brauche keine Spülung mehr.

Für meinen Körper habe ich bisher schon mehrere Seifen aufgebraucht. Eine aus meinem Urlaub in Portugal, eine, die mir meine Eltern aus Zypern mitgebracht haben und aktuell eine natürliche, handgemachte Seife vom Weihnachtsmarkt. Ich achte bei den Seifen darauf, dass sie aus rein natürlichen Inhaltsstoffen bestehen und die verwendeten Öle im besten Fall Bio-Qualität sind. Ansonsten gibt es über die Benutzung einer Seife ja nicht so viel zu berichten – man seift sich ein und duscht sich ab, wie bei einem Duschgel eben auch!


Nachhaltiger Haarschmuck aus Bali

Zero Waste: SAYA Design Haarstick

Als mich Victoria, die Gründerin von SAYA Design gefragt hat, ob ich gerne einen ihrer Haarsticks ausprobieren möchte, war ich total aus dem Häuschen. Ich hab vorher eigentlich nie Haarschmuck getragen aber die Holzsticks aus Bali haben mich richtig begeistert. Neben den offensichtlichen ästhetischen Gründen ist auch die Philosophie hinter der Marke ein absoluter Zero-Waste-Traum. Die Haarsticks werden aus dem Holz von Wurzeln gefertigt, die auf alten Plantagen zurückbleiben. Da es sich hierbei um ein Abfallprodukt handelt, ist die Produktion maximal ressourcenschonend. Ihre schöne Form verleihen ihnen lokale Künster*innen unter fairem Lohn. Und last but not least wird für jeden verkauften Haarstick mindestens ein Baum gepflanz – eine besonders wichtige Sache im von Abholzung bedrohten Indonesien.
Bisher bin ich noch nicht Haarstick-Profi genug, um euch ausgefallene Tutorials zu zeigen. Auf der Website von SAYA Design findet ihr aber auch welche. Mein Modell heißt übrigens Tarot.


Zero Waste Erfahrungen in Vancouver

Wie ihr vielleicht auf Instagram mitbekommen habt, habe ich die letzten vier Monate 2018 im Auslandssemester in Vancouver in Kanada verbracht. Seit Ende Dezember bin ich wieder zuhause und ich wollte euch kurz & knapp berichten, wie es mit dem Zero Waste Leben in Nordamerika geklappt hat.

  • 0 Coffee to-go Becher benutzt: Darauf bin ich ehrlich gesagt ziemlich stolz! Denn in Nordamerika ist der Plastikbecher-Wahl noch viel schlimmer als hier. Zum Glück hatte ich immer meinen KeepCup dabei oder habe im Notfall einfach Mal auf einen Kaffe verzichtet, wenn ich ihn vergessen hat.
  • Leider nicht im Unverpackt-Laden eingekauft: In Vancouver gibt es zwei Unverpackt-Läden. Nada Grocery ist hauptsächlich für Lebensmittel und The Soap Dispensery mehr für Beauty- und Reinigungsprodukte. Ich hab mir dort einen Edelstahl-Strohhalm und eine Zahnpasta im Glastiegel gekauft – habe es aber nie geschafft Lebensmittel dort einzukaufen, was ich sehr bereue!
  • Große Farmers-Market-Liebe: Dafür ist es mir gelungen, den Samstagseinkauf auf dem Markt zur Routine zu machen. Die University of British Columbia hat ihre eigene Farm auf der zwei Mal wöchentlich ein Markt stattfindet. Diese schöne Routine möchte ich unbedingt auch in Freiburg etablieren.
  • Biologisch abbaubare Verpackungen: Grundsätzlich habe ich mir viel zu oft Avocado-Suhsi to-go gekauft, daran ist nichts schön zu reden. Allerdings ist mir aufgefallen, dass in Vancouver sehr viel mehr Essen in biologisch abbaubaren Verpackungen verkauft wird. Die Donuts, das Sushi, der frittierte Blumenkohl beim Libanesen – hier wurde so gut wie kein Plastik verwendet. Noch besser ist es natürlich, seine eigene Box mitzubringen.
  • Thrift Stores überall: Ich habe zwar auch in Deutschland schon viel second-hand gekauft, aber in Vancouver ist second-hand noch einmal eine Nummer größer. Die ganze Stand ist voller Thrift Stores und man kann so schöne gebrauchte Kleidung für wenig Geld kaufen. Außer meinem Patagonia Pullover und einer Mütze habe ich so keine ’neue‘ Kleidung gekauft.

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