Veganuary2020: 6 Dokus die du sehen musst!

Vegan Dokus

Wie ich bereits in meinen ökologischen Vorsätzen geschrieben habe, ernähre ich mich in diesem Januar komplett vegan. Und außer mir machen das auch noch 350 000 andere Menschen auf der ganzen Welt – Veganuary heißt das. Das Gute an so einer öffentlichen Aktion ist, dass man von allen Seiten Motivation, Tipps und Ideen bekommt und das Experiment nicht alleine „durchmachen“ muss. Zu dieser Motivation gehören bei mir auch ganz besonders Dokumentationen, denn diese können einen gerade beim Thema Veganismus ganz schön heftig wachrütteln.

Mein Weg in Richtung Veganismus

Ich habe 2018 zum ersten Mal einen Monat lang vegan gelebt. Danach habe ich aber wieder genauso (vegetarisch) weiter gegessen wie zuvor. Im Sommer 2019 fing ich dann damit an, meinen Konsum von tierischen Lebensmitteln zu reduzieren. Hafermilch statt Kuhmilch, Kokosjoghurt statt Kuhjoghurt und Magarine statt Butter und so weiter. Als ich dann im Herbst ins Ausland gegangen bin, habe ich mir vorgenommen komplett vegan zu werden. Spoiler: Das hat nicht geklappt. Ich würde sagen, in Kanada habe ich zu 99% vegan gelebt. Ich könnte wahrscheinlich an zwei Händen abzählen, wie oft ich in diesen vier Monaten ein tierischen Produkt gegessen habe – aber 100% hat eben nicht ganz geklappt. Das ging im letzten Jahr dann irgendwie so weiter. Ich habe auf so viele tierische Produkte verzichtet wie möglich, aber immer wieder Ausnahmen gemacht, ganz besonders viele bei Käse. Ehrlich gesagt, weiß ich noch nicht wie es nach Veganuary weitergehen wird. Einseits stört es mich extrem, dass ich meinen ethischen und ökologischen Idealen in diesem Kontext nicht gerecht werde. Andererseits läuft mir das Wasser im Mund zusammen, wenn ich vor einer Käsetheke stehe. In einem Monat werde ich vielleicht mehr wissen…

Hinschauen!

Worum es heute aber gehen soll, sind sechs Dokumentationen die einem die Augen öffnen – und zwar in Extremform. Mindblowing könnte man auch sagen! Ich habe in den letzten zwei Jahren alle sechs Filme gesehen, habe geweint, mich fast übergeben, war schockiert und danach immer wieder von Neuem davon überzeugt, dass Veganismus die absolut einzige vertretbare Ernährungsform ist. (Deshalb auch das schlechte Gewissen, dass ich nicht vegan bin – kognitive Dissonanz heißt das übrigens.)
Bitte schaut diese Dokus an, egal ob ihr Fleisch und tierische Produkte esst, oder nicht. Sie sind so wichtig! Und bitte schaut sie nicht alleine an, vor allem nicht Dominion und Earthling. Das ist nämlich gar nicht klug, ich sprech da aus Erfahrung.

1. Das System Milch (2017)

Das spannende an dieser Doku ist, dass sie in Deutschland produziert wurde und ihren Fokus auf den deutschen bzw. europäischen Markt legt. Alles was darin geziegt wird, passiert direkt vor unserer Haustüre, nicht irgendwo in den USA oder in Australien. Im Vergleich zu den anderen Dokus, ist hier nie davon die Rede, dass jemand vegan werden „muss“. Sie erklärt und beleuchtet aber alle Aspekte der Milchproduktion so genau und so kritisch, dass einem danach eigentlich keine andere Wahl mehr bleibt. In der Mediathek vom Hessischen Rundfunk kann man die Doku kostenlos anschauen.

2. Cowspiracy (2014)

Ich glaube wenn man einen Film DEN Vegan-Film nennen müsste, dann wäre es Cowspiracy. Die Doku ist extrem vollgepackt mit Informationen über Nutztierhaltung. Neben den ethischen Aspekten wird hier vor allem auch erklärt, welche desaströsen ökologischen Auswirkungen der Konsum von tierschen Produkten auf das Klima hat. Der Film ist gerade im Vergleich zu „Das System Milch“ schon ziemlich amerikanisch – manchmal ein bisschen pathetisch – aber dafür bleibt er wirklich im Gedächtnis. Anschauen kann man die Doku entweder auf Netflix oder für 5 Dollar auf der Website von Cowspiracy.

3. & 4. Earthlings (2005) und Dominion (2018)

Diese beiden Filme erwähne ich hier zusammen, weil sie von den gleichen Machern sind und sich auch ziemlich ähneln. Earthling erschien bereits 2005 und wird bei Wikipedia nicht ohne Grund als Horrorfilm bezeichnet. Schonungslos ist eine Untertreibung für die Art und Weise wie der Film gemacht ist. Ein einhalb Stunden werden zum Teil heimlich aufgenommene Videos gezeigt, während Joaquin Phoenix an das Menschliche in uns appelliert. Dominion ist quasi die Fortsetzung von Earthling und funktioniert nach dem gleichen (Horror-)Prinzip. Ich finde alle Dokus die ich hier vorstelle, solltet ihr euch ansehen. Wer nach Earthlings aber sagt, er oder sie kann so etwas nicht noch einmal ertragen, hat mein vollstes Verständnis. Beide Dokus gibt es kostenlos auf Earthling.de (deutsch) und Dominionmovement.com (englisch).

5. The Game Changers (2018)

Dieser Titel kommt euch sicherlich bekannt vor, vielleicht habt ihr auch schon den ganzen Film gesehen. Denn tatsächlich war diese Doku im letzte Jahr in aller Munde. Im Vergleich zu den anderen Filmen hier, geht es in erster Linie um des gesundheitlichen Aspekt von Veganismus, bzw. darüber wie schlecht es für den Körper und für die Fitness ist, Fleisch zu essen. Ich glaube er überzeugt vor allem diejenigen, die viel Sport machen und sich bisher vielleicht dachten, dass sie aufgrund ihres Proteinbedarfs nicht vegan leben könnten. Der Film beweist das Gegenteil und räumt mit all den Mythen auf, die behaupten, vegan wäre ungesund. Bisher gibt es den Film nur bei Netflix.

6. Food Inc. (2009)

Food Inc. war einer der ersten Filme, den ich über industrialisierte Landwirtschaft gesehen habe. Er bietet einen guten Einstieg ins Thema, weil er sowohl gesundheitliche und ethische als auch ökologische Aspekte von Nutztierhaltung beleuchtet. Dabei geht es aber nicht nur um die Landwirtschaft, sondern um Lebensmittelkonzerne im Allgemeinen. Noch so ein Thema, bei dem sich bei genauem Hinschauen Abgründe auftun. Food Inc. gibt es auf deutsch bei Amazon Prime zu sehen.

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