Mein Konsumtagebuch 2019 und wie es funktioniert

Konsum Kaufhaus

Neben Ernährung, Mobilität, Strom und Heizung, macht der Konsum fast 40% des persönlichen CO2-Abdrucks aus. Das bedeutet: Hier kann auch dementsprechend viel Treibhausgas eingespart werden. Ein Konsumtagebuch kann dabei helfen.

Das Bundesumweltamt (UBA) fragt bei der Berechnung des CO2-Abdrucks in der Kategorie „sonstiges Konsumverhalten“ nach Kaufverhalten, Kaufkriterien, ob man gebrauchte Gegenstände kauft und wie hoch die monatlichen Ausgaben für Konsumgüter sind. Dazu kommt die Abfrage von Hotelübernachtungen, Geldanlagen und CO2-Kompensationen. Das ist alles ziemlich vage und das UBA schreibt selbst, dass es nicht ganz einfach ist, die CO2-Bilanz von Konsum zu erfassen. Schließlich müsste man die Bilanz von jedem einzelnen Produkt, das man gekauft hat, herausfinden – und das kann der Rechner nicht.

Ich habe deshalb 2019 angefangen ein Konsumtagebuch zu führen, in das ich alles eintrage, was ich gekauft habe. Also zum Beispiel Kleidung und Elektronik. Lebensmittel, Kosmetik und Dinge für den täglichen Bedarf habe ich ausgelassen. Es ging mir mehr um die großen Anschaffungen. Ich werde euch im Folgenden einen Einblick in meine Liste von 2019 geben und danach erklären, welche Änderungen ich für 2020 vorgenommen habe.

Mein Konsum 2019: Neues und Gebrauchtes

Neu gekauft habe ich:

  • eine Yogamatte
  • einen Rock
  • Periodenunterwäsche
  • ein paar Schuhe
  • eine Stofftasche
  • eine Kaffeemaschine
  • ein Paar Jeans
  • einen Bikini
  • ein Unterwäsche-Set
  • ein Ladekabel
  • Bettwäsche
  • Kissenbezüge

Fangen wir mal mit den Sachen an, die notwendig und nachhaltig waren: Die Yogamatte habe ich bei Jade Yoga gekauft – sie ist vegan, unter fairen Bedingungen produziert und wurde aus Naturgummi hergestellt. Anfangs habe ich sie nicht so oft benutzt aber mittlerweile mache ich mehr Yoga zuhause und sie hat sich auf jeden Fall gelohnt. Die Schuhe von Veja, die Jeans von Everlane, das Unterwäsche-Set von Organic Basics und der Bikini von Essentials for Zula sind auch fair und Produkte, die ich wirklich gebraucht habe. Wer auf Instagram meine alten Vejas gesehen hat, weiß warum! Gleiches gilt für die Periodenunterwäsche, mit der ich sehr glücklich bin.
Ich würde sagen der Rock war unnötig und ist auch keine Fair Fashion – wobei auch keine Fast Fashion. Ich habe ihn bei Kauf Dich Glücklich gekauft und er wurde zu meinem absoluten Lieblings-Sommerkleidungsstück. Also nicht ganz nachhaltig, aber hat sich sowas von gelohnt. Die Bettwäsche und die Kissenbezüge sind von Ikea. Die Bettwäsche haben wir wirklich gebraucht, die Kissenbezüge habe ich wirklich gewollt haha. Auf letzteres hätte ich definitiv verzichten können, aber ich mag sie sehr.
Die Stofftasche habe ich bei Etsy bei einer Frau gekauft, die sie selbst näht. Die Qualität war allerdings unterirdisch und sie war nach wenigen Wochen schon komplett kaputt. Jetzt habe ich sie nur noch als Notfalltasche herumliegen. Mein letztes Laptop-Ladekabel habe ich dummerweise verloren und brauchte daher unbedingt schnell ein neues. Leider habe ich keine gebrauchten gefunden und habe mich dann für ein no-name Produkt entschieden. Wäre nicht nötig gewesen, wenn ich besser auf mein altes Ladekabel aufgepasst hätte (Note to self!).
Bleibt nur noch die Kaffeemaschine: Mittlerweile bereue ich es ein bisschen, dass wir keine gebrauchte gekauft haben, denn das ist bei Elektrogeräten eigentlich ein Muss. Hier hätte ich auf jeden Fall nachhaltiger konsumieren können. Benutzt wird sie allerdings schon – viel zu viel sogar.

Nun zu den gebrauchten Sachen:

Da wäre nur ein Smart und ein Föhn – und da fällt mir auch auf, was ich 2019 nicht auf die Liste geschrieben habe: Second-Hand Kleidung. Die habe ich auf jeden Fall gekauft, aber weil ich jetzt keine Lust habe, meinen Kleiderschrank auf den Kopf zu stellen, fällt der Teil leider weg.
Also der Smart ist… Ok, es gibt wohl keine klimaschädlichere Anschaffung als ein Auto, da sind wir uns sicher alle einig. Zu meiner Verteidigung: Wir haben ihn für wenig Geld von einem Familienmitglied bekommen und er verbraucht nur 3 Liter auf 100 Kilometer. (Wobei wir auch davor schon ein Auto hatten, das mehr verbraucht hat.) Ob man in Freiburg ein Auto braucht oder nicht, darüber lässt sich sicher streiten. Wir waren immer sehr froh, den Smart zu haben. „Leider“ schafft er es nicht mehr auf die Autobahn, weshalb wir ihn im Süden gelassen haben, als wir nach Leipzig gezogen sind. Hier leben wir ohne Auto und das wird auch mit ziemlicher Sicherheit so bleiben.
Und dann habe ich mir noch einen gebrauchten Föhn bei Facebook Market Place gekauft, den ich einfach bei der Verkäuferin in Freiburg abholen konnte. Das war so nachhaltig wie möglich und der Föhn ist tipitopi.

Tipps für das eigene Konsumtagebuch

Urlaube und Ausflüge hatte ich 2019 nicht auf meiner Liste – und werde sie wahrscheinlich auch 2020 nicht ergänzen. Auch wenn das genau genommen zum Teil unter die 40% des UBA fällt. Mir geht es in erster Linie darum, mein Kaufverhalten überprüfen zu können. Der klimafreundlichste Konsum ist der, der gar nicht stattfindet. Deshalb möchte ich auch vermeintlich nachhaltigen Konsum vermeiden, wenn es dabei um Produkte geht, die ich nicht wirklich brauche (Hi Kissenbezüge und Sommerrock!).

Seit diesem Jahr schreibe ich mir auch das Datum und den Preis der gekauften Produkte auf. So kann ich nicht nur nachvollziehen, wie nachhaltig mein Konsum ist, sondern auch, wie viel Geld ich dafür ausgebe. Kleidung kaufe ich dieses Jahr nur noch second hand, das habe ich mir Anfang des Jahres so vorgenommen. Da ich darüber auch einen Artikel schreiben möchte, stehen die gekauften Kleidungsstücke auf einer separaten Liste. Über Urlaube und Ausflüge bin ich mir noch unsicher. Ich könnte sie notieren, aber ich weiß nicht so recht, was das bringen soll. Wahrscheinlich bleibe ich bei den materiellen Konsumgütern.

Wichtig ist es vor allen Dingen, die Liste regelmäßig zu aktualisieren. Denn am Ende des Jahres erinnert man sich bestimmt nicht mehr, was man im Januar mal gekauft hat. Meine Liste ist in meinem Bullet Journal – da schaue ich sowieso jeden Tag rein. Alternativ könnte man die Liste auch im Kalender führen oder am Handy. Und genaue Angaben sind wichtig. Wenn da nur „Tasche“ steht, weiß man am Ende vielleicht nicht mehr welche. Ich schreibe daher lieber so etwas wie „Einkaufstasche Etsy“ – daran kann ich mich erinnern.

Copyright Beitragsbild: © Pixabay/Michal Jarmoluk

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1 Kommentar

  1. Hallo Annabel, toll dass Du ein Konsumtagebuch führst. Ich führe ein Tagebuch und da schreibe ich alle Käufe rein, auch Lebensmittel und Kosmetika. Zudem erfasse ich meine Einkäufe bei der GFK, um mein Leben bei der Marktforschung einfließen zu lassen. Ich kaufe mittlerweile viel gebrauchte Kosmetik auf Kleiderkreisel, eBay und eBay Kleinanzeigen, besser als wenn es entsorgt wird.
    Ich habe letztes Jahr eine alte Kaffeepadmaschine von meiner Schwester bekommen, sie hätte sie sonst entsorgt. Mit meiner Menstruationstasse bin ich auch sehr zufrieden. Beim Bikinikauf (im März 2020 und im Oktober 2019) bin ich nicht nachhaltig, die habe ich neu gekauft, obwohl es billige gebrauchte bei Kleiderkreisel gibt. Aber ich fühle mich in gebrauchten Bikinis nicht sauber.
    Liebe Grüße aus Zwickau
    Nancy :)

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