#lowimpact30: Was ich aus der Challenge gelernt habe

In guter Gesellschaft

Der Monat Mai ist jetzt schon seit einigen Tagen vorbei und so auch meine #lowimpact30 Challenge, in der ich versucht habe, im Mai so wenig Müll wie möglich zu produzieren. Worum ging es genau? Wie gut ist mir die Müllvermeidung gelungen? Und wie geht es jetzt weiter? Zu diesen drei Fragen möchte ich euch heute (endlich) eine Antwort geben.
Falls ihr euch übrigens fragt, warum auf dem Bild zu diesem Artikel ein Café zu sehen ist: Das liegt daran, dass ich Anfang Juni das Zero-Waste-Café ‚In guter Gesellschaft‘ in Hamburg besucht habe und ich mir dachte – das passt doch perfekt dazu!

Was bedeutet Low Impact?

Die Low impact-Bewegung ist so etwas wie eine Abkopplung oder Weiterentwicklung von Zero – bzw. Low Waste. Die Aktivistin Immy von Sustainably Vegan hat diesen Begriff geprägt und möchte damit neue Schwerpunkte beim Thema Zero Waste setzen. Sie hat oft mitbekommen, dass das Ziel ‚kein Müll‘ für viele zu weit entfernt ist, um überhaupt damit anzufangen – oder es ständig Leute demontiviert, mit dieser Utopie (?) konfrontiert zu sein. Für Immy gehört zu Low Impact daher nicht nur der dogmatische Verzicht auf Müll – sie möchte mit der Bezeichnung dazu motivieren, seinen negativen Impact auf diesen Planeten insgesamt so gering wie möglich zu halten. Wenn euch das Thema und die Unterscheidung interessiert, könnt ihr euch auch einfach ihr Video dazu anschauen, kann ich sehr empfehlen!

Bei #lowimpact30 ging es also darum, einen Monat lang so umweltfreundlich und müllsparend wie möglich zu leben. Das primäre Ziel war nicht unbedingt einen Monat lang gar keinen Müll zu produzieren, sondern ein Bewusstsein für das Thema zu schaffen und vielleicht herauszufinden, wo es im eigenen Umgang mit Müll noch Verbesserungsbedarf gibt. Natürlich soll die Challenge auch nicht dazu anregen, dass man einen Monat lang keinen Abfall produziert und das Thema am 1. Juni wieder über den Haufen kippt – aber ich denke, das wird den meisten klar sein.

Und wie hat das bei  mit geklappt?

Zuerst einmal muss ich sagen, dass mich die Challenge ungemein motiviert hat. Zugegeben, vielleicht hätte ich es alleine nicht geschafft, so viel Aufwand zu betreiben und einige Gewohnheiten so grundlegend zu verändern. Immy hat während der Challenge jeden Tag kleine Tipps auf Instagram geteilt und ich bin natürlich dem Hashtag ‚#lowimpact30‘ gefolgt, um weitere Inspiration zu bekommen.

Unverpackt einkaufen
So ungefähr sieht mein Unverpackt-Einkauf meistens aus.

Der erste Bereich, bei dem ich sofort bemerkt habe, wie viel Müll ich verbrauche, war Lebensmittel. Das ist vielleicht auch ein Bereich, über den sich die meisten Gedanken machen. In Plastik verpacktes Bio-Obst und Gemüse wird ja zum Beispiel schon länger kritisiert. Hier habe ich bemerkt, dass Planung alles ist! Wenn ich spontan Hunger habe und nichts im Haus ist, habe ich hier im Viertel nur die Möglichkeit in einen konventionellen Supermarkt (keine Markennennung hier haha!) zu gehen, in dem Zero-Waste überhaupt nicht angesagt ist. Ich habe also versucht mir am Sonntag einen Plan zu machen, was ich ungefähr in dieser Woche essen möchte und habe einen Einkaufszettel dafür geschrieben. So konnte ich mir angewöhnen, montags nach der Uni auf den Markt und in den Bioladen zu gehen und mittwochs in die Glaskiste, denn dort gibt es an diesem Tag Studierendenrabatt. Wenn ich es geschafft habe, mich an diese kleine Routine zu halten, konnte ich in Sachen Lebensmittel schon recht viel Müll sparen. Zusätzlich haben mein Freund und ich unseren Balkon ein bisschen aufgestockt. Tomaten und Kräuter wachsen dort jedes Jahr, dieses Mal haben wir aber auch noch Zucchini, Paprika, Gurke und Pepperoni angepflanzt und es sieht sehr, sehr gut aus! Für mich blieb am Ende aber immer noch die Frage, wie ich Tofu, Tempeh und Käse ohne Plastik kaufen kann? Und warum sind die ’normalen‘ Joghurt in Pflandgläsern und die veganen Alterantiven ist Plastikbechern?

Als zweites habe ich mir Gedanken über meinen Kosmetikkonsum gemacht. Den habe ich in den letzten Monaten sowieso schon drastisch verringert, aber über das Verpackungsmaterial habe ich mir bisher überhaupt keine Gedanken gemacht. Ich habe also versucht mir in diesem Monat nur PR-Samples zuschicken zu lassen, die nicht in Plastik verpackt sind. Habe Flüssigseife im Unverpack gekauft und zuhause zum Duschen ein Stück Seife verwendet. Hier bin ich in einem Monat noch nicht besonders weit gekommen, da ich einfach noch viel zu viele (Plastik)-Produkte habe, die ich aufbrauchen muss, bevor ich mir eine nachhaltigere Alternative kaufen kann/will. Dazu kommt, dass es auch ein paar Produkt-Kategorien gibt, in denen es nicht so aussieht, als könnte ich auf die Plastikverpackung verzichten, so zum Beispiel bei Sonnencreme. Hat da jemand Ideen? In Zukunft möchte ich auch wieder mehr DIY-Kosmetik verwenden. Kaffeesatz als Peeling ist auf jeden Fall schon jetzt mein Favorit!

Weiter geht es mit einem Bereich, den ich hier jetzt Mal ‚Unterwegs‘ nennen werde. Wir ich in meinem letzten Update schon geschrieben habe, ist mein KeepCup schon länger mein Begleiter und auch eine Glasflasche und eine Stofftasche habe ich immer dabei. Hier gab es also nicht mehr so viel Veränderungsbedarf, wie in den beiden anderen Bereichen. Deshalb war es eigentlich mein großes Ziel, in diesem Monat einmal Takeaway-Essen zu bestellen und es mir in meine mitgebrachte Box füllen zu lassen – denn da hatte ich echt ein bisschen Bammel davor (blöd, ich weiß!). Unglücklicherweise, obwohl eigentlich nicht, hab ich mir in diesem Monat nie Essen to-go mitgenommen, sodass es nie zu einem eigenen Behälter kam. Das möchte ich aber auf jeden Fall noch machen – und dann natürlich beibehalten.

Ich glaube, das waren so die drei größten Baustellen, die ich während #lowimpact30 bearbeitet habe, zumindest fällt mir im Moment nichts mehr ein. Wenn ihr noch Bereiche habt, die euch interessieren, schreibt sie mir gerne in die Kommentare!

Wie geht es weiter?

Ein bisschen habe ich es ja schon angesprochen, der 1. Juni war für mich nicht das Ende von Low Impact, sondern eigentlich der Anfang. Von nun an möchte ich die Dinge in meinen Alltag integrieren, die ich in diesem Monat gelernt habe – zum Beispiel meine Einkaufsroutine. Dazu habe ich im Mai noch so viele Ideen bekommen, was ich alles tun könnte, die ich bisher noch nicht umsetzen konnte. Zum Beispiel Hafermilch selber machen (habe ich einmal probiert, habe aber ein paar blöde Fehler gemacht), Putzmittel selber machen, Take-Away in der eigenen Box mitnehmen, Waschmittel aus Kastanien herstellen, Lebensmittel wie Pesto und Gemüsebrühe (häufiger) selber machen… Es gibt noch jede Menge zu tun!

 

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