Fair Fashion Babyschritte

Fair Fashion | Von Rückfällen und Babyschritten

Ist euch eigentlich aufgefallen, dass ich rechts in meiner Beschreibung stehen habe, ich würde über Fair Fashion bloggen? Ich habe das vor einigen Monaten so geschrieben, weil ich ganz fest vorhatte, auf dem Blog darüber zu schreiben. In dieser Zeit war ich super motiviert, habe mir eine faire Jeans, einen fairen Rucksack, faire Basic-Tops und zwei faire Paar Schuhe gekauft. Doch irgendwie bin ich nie dazu gekommen die Sachen zu fotografieren. Und dann kam heute ein Paket von &other stories bei mir an, mit Kleidung, die ich vor kurzem bestellt habe. Und ich habe mich gefragt, was eigentlich aus meinem Fair-Fashion-Vorhaben geworden ist und ob ich diesen Halbsatz nicht ganz schnell wieder aus meiner Beschreibung löschen sollte.

BABYSCHRITTE

Auf dariadaria habe ich heute einen Artikel gelesen über Maddies Fazit nach 40 Monaten Fair Fashion. Ein wichtiger Punkt dabei ist die Sache mit den Babyschritten. Dass man nicht zu streng mit sich sein sollte und sich nicht all zu hart dafür verurteilen darf, wenn man mal etwas trägt, das nicht 100% fair produziert wurde. Außerdem sagt sie, dass es unmöglich und auch gar nicht besonders schlau ist, seinen Kleiderschrank von einem auf den anderen Tag auszumisten und komplett mit neuen Klamotten auszustatten.

Ich habe nicht vor die Kleidung von &other stories zurück zu schicken. Ich könnte jetzt weiter ausführen, dass mein alter Gürtel kurz vor dem Auseinanderbrechen war und drei von vier Oberteilen aus Bio-Baumwolle sind und eines aus Tencel – aber so eine Rechtfertigung macht überhaupt keinen Sinn. Es ist ein Rückfall, was mein Vorhaben mit Fair-Fashion angeht, aber deshalb werde ich es jetzt nicht über den Haufen werfen.

STILFRAGE

Mir ist klar, dass sich in dieser Branche viel getan hat und dass es immer mehr schöne und auch bezahlbare faire Teile gibt. Leicht finde ich es trotzdem noch nicht. Ich habe ein bisschen das Gefühl dass es es bei Fair Fashion bisher hauptsächlich in drei Stilrichtungen geht. Dieser typische Skater-Style mit Prints und Hoodies findet man zum Beispiel bei Zündstoff (aus Freiburg whoop whoop!) ziemlich oft. Grundstoff ist das Paradebeispiel für kastige öko Basic-Shirts (Nicht böse gemeint! Auch da findet man mal was :)) Und dann gibt es super coole Lables wie zum Beispiel Jan n June, deren Kollektionen ich mir zwar gerne anschaue, die Teile dann aber doch nicht tragen würde, weil sie mir zu futuristisch/minimalistisch sind.
Dann sind da aber auch wieder tolle Marken wie Peoples Avenue oder Funktionschnitt, die es meiner Meinung nach genau richtig machen. Bitte versteht mich nicht falsch – ich will Fair Fashion hier auf keinen Fall bashen – ich bin ein riesen Fan davon! Mir fällt es nur manchmal noch ein bisschen schwer, in jeder Lage und ohne monatelange Suche, fündig zu werden.

Aber das soll jetzt nicht einfach nur ein Jammer-Artikel werden! Ich möchte mich damit motivieren Fair Fashion nicht aufzugeben und endlich mal Fotos von den schönen Sachen machen, die ich gekauft habe. Fair Fashion macht nämlich Spaß – besonders wenn man nach langem Suchen endlich genau das richtige Teil gefunden hat. Meine weißen Veja-Sneakers zum Beispiel. Die jetzt schon nicht mehr so weiß sind, aber egal!

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6 thoughts on “Fair Fashion | Von Rückfällen und Babyschritten”

  1. Ich kann Dich total verstehen; ich hab‘ mir Fair Fashion auch auf die Segel geschrieben und abgesehen von ein paar Instagram-Bildern auch noch nicht wirklich umgesetzt. Das liegt aber tatsächlich auch an den Babysteps. Bei mir geht auch noch immer hauptsächlich um Beauty…wohl auch kein Wunder: das ist mein Metier und selbst da bin ich noch immer kein Vollprofi. Gerade bei Umweltthemen (wie eben auch bei vielen anderen) gibt es einfach nicht die Lösung, weil es so komplex ist. Ich schimpfe über Plastik, gleichzeitig ist Glas nicht wirklich immer die bessere Alternative, weil es kostspielig im Recycling ist, da ist Plastik dann doch oft besser. Aber eben nicht, wenn es im Meer landet – es gibt einfach viel zu bedenken. Gerade bei Kleidung hat es wenig Sinn, auszumisten und sich dann mit Fair Fashion einzukleiden. Ich finde es gibt da inzwischen schon tolle Marken, aber nicht alles gefällt mir. Hinzu kommt, dass ich die Sachen einfach anprobieren muss (ich finde bei Armed Angels fallen die Größen oft sehr unterschiedlich aus). Ohne entsprechende Läden, muss ich online bestellen. Verpackung, Versand, Rückversand…zieht auch Ressourcen. Konsequent wäre eigentlich nur 2nd Hand, aber was tun, wenn man nicht findet, was man braucht; wenn man dann doch ein Teil unbedingt ersetzen muss?

    1. Da hast du total recht! Ich habe da mit Zündtoff in Freiburg noch ein bisschen Glück, aber ansonsten muss sich da wirklich noch viel tun. Aber ich denke wir sind trotzdem auf dem richtigen Weg :)

  2. Mir geht es ähnlich und ich habe schon lange einen Beitrag geplant, wieso Fait Fashion und ich nie wirklich Freunde werden können :(

    Zum einen trage ich alternative Bekleidung und mehr als Basics habe ich bisher nie gefunden, die mir gefallen – oder sie übersteigen mein Budget deutlich. Zum anderen gibt es kaum Business-Bekleidung (oder wieder zu teuer) und Sportbekleidung (mal abgesehen von Baumwoll-Leggins). Auch Basics wie Mützen und Stulpen finde ich schwer, da hier oft mit Wolle gearbeitet wird – nichts, wenn man vegan kaufen möchte.

    2nd Hand kaufe ich schon viel und ich bin ein absoluter Schnäppchenjäger. Daher schaue ich auch immer wieder nach Fair Fashion, aber davon gibt es 2nd Hand wesentlich weniger.

    Mein Kompromiss ist daher: Vegane normale Kleidung zu kaufen wie bisher und Basics in Fair zu shoppen oder wenn sich mal was anderes anbietet. Bisher besitze ich tatsächlich nur: ein Shirt, Socken, Tasche und Sneaker in „fair“. Bei Kik und co kaufe ich sowieso nicht ein, habe ich noch nie.

    Klingt jetzt irgendwie wie eine Rechtfertigung, ist aber für mich der bestmöglichste Weg. Dafür bin ich immerhin Vegetarier, der extrem viel vegan isst, kaufe nur vegane Kosmetik, tierversuchsfreie Putzmittel + Kosmetik usw :D

    LG Valandriel

    1. Der Kompromiss klingt meiner Meinung nach ziemlich gut! So werde ich jetzt wahrscheinlich auch weitermachen. Bei Teilen, die es gut in fairer Qualität gibt, achte ich vermehrt darauf. Bei anderen darf auch mal geschummelt werden…

  3. Hallo. Ich trage seit Jahren nur noch Bio und Fair. Zu meinen Lieblingsmarken gehören unter anderem Armedangels, Kings of Indigo und Mandala Fashion. Eure Posts sind für mich als Verfechtertin dieser Kleidungsbranche trotzdem nachvollziehbar. Ich möchte euch trotzdem ans Herz legen nochmal darüber nachzudenken, dass es nicht nur darum geht besonders gestylt auszusehen, sondern auch anderen Menschen damit zu helfen. Euer H&M Shirt wird von einer unterbezahlten Näherin genäht, die täglich giftigen Stoffen ausgesetzt wird. Mein Armedangels Shirt wird von einer Näherin mit fairem Lohn genäht. Schon alleine das sollte Anreiz sein Fair und Bio zu kaufen.

    Ich bin mir sicher, dass auch ihr Kleidung finden könnt die euch gefällt, wenn ihr euch damit erstmal befasst.

    Kuyichi & Kings of Indigo haben tolle Jeans. Armedangels viele tolle Shirts, Blusen und Pullover. People Tree hat tolle Kleider und Buisness Kleidung und Mandala sowie ognx tolle Sportbekleidung.

    Babyschritte sind gut aber auch Babys machen irgendwann größere Schritte und es kommen ja immer mehr Marken dazu.

    Ich wünsche euch viel Erfolg und hoffe, dass ihr in Zukunft noch mehr fair uns bio kaufen werdet ;-)

    1. Danke für deinen Kommentar und die Marken-Vorschläge. Armedangels kenne ich z.B., finde die meisten Sachen aber nicht sehr schön. Du hast schon recht, wenn du sagst, es geht nicht nur darum stylisch auszusehen. Aber in einem T-Shirt herumzulaufen in dem man sich nicht wohlfühlt ist schon auch blöd. Ich versuche jetzt auch erst einmal grundsätzlich weniger zu kaufen und die großen Ketten zu meiden. Auch wenn das mit &other stories schon nicht so gut geklappt hat. Second Hand ist ja dann auch noch eine gute Option!

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